Modellhäuser der Gebrüder Faller GmbH / Gütenbach im Schwarzwald

Faller Modellbauhäuser und das Faller Modelleisenbahnzubehör sind für jeden Sammler und Modelleisenbahnliebhaber seit fast 70 Jahren ein wichtiger Bestandteil für die Modelleisenbahnanlage. Das im Jahre 1946 von den Brüdern Edwin und Hermann Faller gegründete Unternehmen stellte am Anfang überwiegend Gebrauchsgegenstände wie Kämme oder Wäscheklammern her. Daneben wurde frühzeitig ein Baukasten für Gebäude entwickelt, der aus Holzplatten, Wänden aus bedruckten Kartonteilen und Dächern bestand. Kinder konnten so ihrer Phantasie freien Lauf lassen und einfache Spielzeughäuser selbst basteln. Dieser Baukasten wurde unter der Bezeichnung „Marathon-Baukasten“ ein großer Verkaufserfolg und war der Wegbereiter für die Schaffung von Modellen für Hobbyeisenbahner. Dabei setzte man in der Nachkriegszeit konsequent auf den Modellmaßstab H0 (1:87), da nach dem 2. Weltkrieg der Wohnraum knapp war und für die vor dem Weltkrieg verbreiteten Spur 0 Anlagen im Maßstab 1:43 häufig einfach der Platz fehlte.

Faller Marathon Modellbaukasten
Der Marathon-Modellbaukasten.
Faller Marathon Modellbaukasten
Das Marathon Stecksystem im Original...
Faller Marathon Modellbaukasten
... und in der dazugehörigen Anleitung.
Faller Marathon Modellbaukasten
Das Vorlagenheft enthält viele Baubeispiele.

Bereits im Jahr 1950, nachdem auch die Folgen der Währungsumstellung überwunden waren, begann Faller mit der Herstellung von Fertigmodellhäusern. Anfänglich bestanden die Häuser aus Holz- und Kartonteilen, bei denen die Wände verputzt, Dächer, Bodenplatten und Anbauteile liebevoll und naturgetreu bemalt wurden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern erkannte Faller frühzeitig die Vorteile von Kunststoffbauteilen, die bereits anfangs der 1950er Jahre bei den Fertighäusern Verwendung fanden, z. B. für Fenster, Fensterläden oder Türen. Aber auch Bänke und Zäune finden sich schon in den frühen Katalogen und ab 1955 wurde das erste, vollständig aus Plastikteilen bestehende Modell einer Eisenbahnbrücke angeboten. In diesen ersten Jahren setzt Faller auf Materialien, „die der Wirklichkeit am nächsten kommen bzw. die das Auge als natürlich empfindet“. Ergänzt wurde das Angebot durch Elektromotoren für Wind- oder Wassermühlen, um Läutewerke für Kirchen oder Bahnwärterhäuser oder um Beleuchtungseinrichtungen. Dabei wurde der Hobbymodellbauer unterstützt durch sachkundige Anleitungen zum Modellbau und den Möglichkeiten des Anlagenaufbaus. Ab dem Jahr 1958 wurde das Faller-Magazin mit wertvollen Hinweisen und Tipps alle zwei Monate herausgegeben.

Conrad-antiquario zeigt Ihnen eine Auswahl an Modellen, Bauanleitungen und Katalogen. Sie können sich an den detaillierten Fotos erfreuen und die Entwicklungsschritte des Faller-Modellbaus im Ablauf der Jahre nachvollziehen. Nach und nach werden wir unsere Dokumentation erweitern und uns auch späteren Jahren bis zur Gegenwart widmen. Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.

Informationen für Sammler und Liebhaber

Hauptbestandteil unserer Faller-Rubrik wird unser Katalogarchiv. Neben einer fast vollständigen Sammlung aller Faller-Kataloge finden Sie hier zukünftig digitalisierte Versionen des Faller Magazins sowie etliche Original-Bauanleitungen aus den Baukästen. Einige Beispielkataloge und Magazine sind schon in unserem Faller-Katalogarchiv zu finden.

Faller Katalog aus dem Jahr 1953
Faller Katalog aus dem Jahr 1958
Faller Magazin Nr. 12